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  • Wanted

    Motto: Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, du bist so herrlich anzuschaun.

    Wir suchen sie oder ihn. Oder besser gesagt beide. Also vor allem ihn. Und wo ist er oder sie? Es können auch mehrere sein. Aber er ist nur ein einziger. Alles klar?
    Na ja. Fangen wir der Reihe nach an, damit auch der literarisch nicht so Bewanderte folgen kann.
    Jedes Jahr an Weihnachten macht sich eine kleine Schar von Lauf- und Stockenten aus Brunn auf den Weg in den dortigen Wald. Warum? Gut gefragt. Sie suchen ihn. Männlich. Gut gebaut. Ca. 1.80 - 2.00 Meter groß. Voll im Saft und grün. Also um diese Jahreszeit etwas weniger Saft. Es handelt sich nämlich um einen Christbaum, auch Weihnachtsbaum genannt. Für Konfessionslose geht auch Tannenbaum, obwohl es sich natürlich um eine Fichte handelt. Also ein Fichtenbaum.

    Und der wird dann von uns mit dem herrlichsten Christbaumschmuck geschmückt, der in Brunner Rumpelkammern herumliegt. Aber - und das unterscheidet ihn von allen anderen Christ-/Weihnachts-/Fichten- und Tannenbäumen - Föhre ginge übrigens auch - er wird nicht abgesägt oder abgehackt. Er darf weiterleben. Das ist dann nachhaltige Weihnachtsforstwirtschaft. Vergleichbar nur mit dem Truthahn im Weißen Haus. Der darf auch weiterleben. Wobei, nebenbei bemerkt, ich glaube nicht, dass der Trump heuer das arme Tier wirklich begnadigt hat. Schon alleine deswegen nicht, dass ihn vielleicht der Biden... Der Trump hat ihn sicherlich mit seiner Entourage nach dem Fototermin aufgefressen. Fake news.

    Zurück nach Brunn: Vor ca. zwei Wochen fanden wir am Wegesrand einen Baum, der seinesgleichen sucht. Einsachtzig, grün, voll im Saft usw. Ein Prachtexemplar, wie es in der männlichen Brunner Bewohnerschaft, nur mal so zum Vergleich, kaum eines gibt. Von dem könnte sich so mancher einen Ast absägen. Oder besser doch nicht. Denn nun sind wir mitten drin und voll im Thema. Zum Glück hatte ich den Baum vor zwei Wochen in seiner häuslichen Umgebung fotografiert. Ganz ohne Schmuck. Ich wollte ein Vorher-nachher-Foto haben. Aber wir hatten die Rechnung ohne den gemeinen Brunner oder die gemeine Brunnerin gemacht.
    Noch auf dem Weg zum Schmückungsakt meinte ich scherzhaft zu meinen mich begleitenden Stockenten: "Haha, den habe ich gestern abgesägt!" Und so war's auch. Ja nein. Also nicht ich. Er war's oder sie oder ein ganzer Haufen, ein arabischer Clan vielleicht oder die Mafia. Brutal mit der Säge erledigt. Aus und vorbei. Im ersten Foto sieht man ihn noch lebend. Im zweiten Foto ist da nur noch eine frische Schnittstelle. Acht cm im Durchmesser, abgedeckt mit Moos und Gras! Das heißt, der Täter, die Täterin oder der Verbrecherhaufen ging mit enormer krimineller Energie ans Werk.
    Wir waren fix und alle. Da standen wir. Ausgerüstet mit dem Besten, was das heimische weihnachtliche Kunsthandwerk der 60er und 70er zu bieten hatte. Aber er war uns abhanden gekommen. Die liebe Karin hätte fast geweint. Und im Geiste sahen wir die grinsende Visage des Waldfrevlers mit seiner Säge in der Hand vor uns. Wer macht so was? Klar, hier hatte jemand Ortskenntnis. Der kannte den Weg. Ein Fischbacher oder ein Leinburger oder ein Fürther? Nein, die machen so etwas nicht. Das war schon ein Hiesiger. Das macht nur ein Brunner. Eine Brunnerin auch. Vielleicht kam er motorisiert? Nein, nicht der Förster. Oder mit dem Fahrrad? Sollte jemand einen Radler mit ordentlich Tempo und einem Fichtenbaum in den letzten Tagen aus dem Wald kommen und in die Gänseriedstraße oder den Höhenweg oder den Weiherwiesenweg abbiegen haben sehen. Also ich meine ja nur zum Beispiel. Es kann ja auch die Brunner Hauptstraße gewesen sein. Oder der Knogäckerweg. Also wirklich nur zum Beispiel. Ich glaube nicht, dass er von dorther kam. Obwohl. Na ja. Lassen wir das.

    Also bitte dringend bei uns melden. Zum großen Glück konnten wir DNA-Material am Tatort sichern. Musste wohl schnell gehen. Und dann passiert halt so etwas. Blöd gelaufen für sie oder ihn. Bevor das Material aber im Labor ausgewertet worden ist und alle Brunner*innen über 10 und unter 100 zum Massentest in der evangelischen Kirche antreten müssen. Also bevor das passiert, kann man sich anonym bei uns melden. Einfach einen Zettel mit Anschrift bei uns einwerfen. Am besten gleich noch mit einem Vorschlag zu einem gerechten Strafmaß. Ein Richter würde sicherlich eine Bewährungsstrafe aussetzen. Vielleicht fünf Monatssätze vom Bruttogehalt. Unter den folgenden Bedingungen drücken wir ein Auge zu:
    1. Es handelt sich um eine kinderreiche Familie in Kurzarbeit.
    2. Der Täter oder die Täterin ist Soloselbständige/r im Corona-Lockdown.

    Nun bitten wir alle Brunnerinnen und Brunner um intensive Mitarbeit bei der Tätersuche. In Frage kommen ganz besonders Leute, die im Besitz einer Säge sind. Es kann auch ein anderes Schneidwerkzeug sein. Etwa eine Rettungsschere, wie sie die Feuerwehr einsetzt. Fehlt da eine. Oder war es gar jemand ... Nicht auszudenken. Das wäre dann eher die Handschrift des Berliner Remmo-Clans, der im grünen Gewölbe zu Dresden zugeschlagen hat. Vielleicht ein Brunner Clan mit Verbindungen nach Berlin oder zur Mafia? Die machen ja gern Green-Washing mit ihren illegalen Millionen.

    Machen Sie ganz einfach einen Gang durch das Dorf und werfen sie einen Blick in die Vorgärten. Jetzt, wo manche doch wirklich alles daran setzen, ihren Vorgarten in ein Weihnachtsparadies zu verwandeln mit Nikoläusen, Rentieren und Schlitten und dem ganzen Plunder. Da fällt dann ein Fichtenbäumchen nicht weiter auf. Im Nachgang zu dieser kriminellen Tat ist noch zu vermerken, dass wir trotz unseresManchmal steht ja auch eine Terrassentür offen und man kann einen Blick ins Wohnzimmer tun. Wo steht der Baum von Foto 1? Kummers einen anderen Fichtenbaum, oder besser gesagt ein Bäumchen, liebevoll geschmückt haben. Das war zwar von Geburt an nicht so der Brüller. Aber nehmen wir doch nur so als Beispiel den Markus S. Als Kind, so finde ich, sah der auch nicht umwerfend aus. Und jetzt führt er die Umfragen im Land an. Aber gut, das ist vielleicht kein so passender Vergleich. Umfragen hin oder her. Das besagte Bäumchen hätte sich wohl nie und nimmer träumen lassen, einmal im Fichtenleben für 6 Wochen zum absoluten Star im Wald zu werden. Und damit er nicht so alleine glänzen muss, haben wir seinen kleinen Fichtenkumpel auch noch aufgehübscht.

    Sachdienliche Hinweise zur Ergreifung des Täters entweder an uns oder den BV Brunn oder an jede Polizeidienststelle. Zum Schutz des geschmückten Baums führen wir regelmäßige Kontrollgänge durch. Besonders in der Dämmerung. Eine Überwachungskamera wurde installiert.

    Anmerkung 1: Von uns war es keiner. Da wären wir ja ganz schön blöd.
    Anmerkung 2: Alle Arbeiten wurden mit Sicherheitsabstand und Masken ausgeführt. Nur für das Schlussfoto haben die Damen dieselben kurz abgenommen. Fichtenbäume kriegen meines Wissens kein Corona. Aber ob sie das vielleicht übertragen können? Nur als Hinweis für künftige Diebe.

    © Reif (für K. und P. und I.)

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