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Helfer für die Amphibienaktion 2019 gesucht





Abschlussbericht Amphibienaktion 2018/Hinwanderung

Vielleicht interessiert es doch ein paar Brunnerinnen und Brunner, das "Ergebnis" zahlreicher Nächte am Brunner Berg:

Brunn

Kröten

Molche

Grasfrösche

467

65

4



Im Vergleich dazu die Zahlen von den Fischbacher Kleingärten

Kröten

Molche

Grasfrösche

805

21

65



Damit hat sich in Brunn der Trend der letzten Jahre bestätigt: Ein deutlicher Rückgang der Anzahl insgesamt. In früheren Jahren sammelten wir in Brunn zwischen 1000 und 1500 Amphibien ein. Die Zahl der Erdkröten ist in Brunn im Vergleich zum letzten Jahr konstant geblieben. Die Population der Grasfrösche ist anscheinend komplett zusammengebrochen. Auch die Zahl der Molche hat sich drastisch verringert.

Über die Ursachen kann man spekulieren. Aber diese Trends zeigen sich ja auch bei anderen Tierarten in unserem Land.

Noch ein Wort zum Thema Helferinnen und Helfer:

In Brunn waren insgesamt 16 Helferinnen und Helfer aktiv, davon 10 weibliche und 6 männliche. Insgesamt 4 stammen aus Brunn, die restlichen verteilen sich im Hinblick auf ihren Wohnsitz auf das gesamte Stadtgebiet und weitere Orte. Viele kommen von weit her. Auch die Zahl der helfenden Hände hat sich in den letzten Jahren deutlich nach unten bewegt. Die Gründe sind sehr unterschiedlich und hängen häufig mit dem Alter und dem gesundheitlichen Befinden zusammen.

Natürlich wäre es sehr schön, wenn sich die Brunnerinnen und Brunner auch aktiv um "ihre" Amphibien kümmern würden und das nicht den Naturfreunden aus dem Rest der Stadt überlassen würden.

Reinhard Figel



Einige Daten und Informationen zur Amphibienwanderung 2017 in Brunn und Fischbach

Der nachfolgende Text wurde von Reinhard Figl zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!



Die Amphibienaktion im Raum Fischbach und Brunn ist abgeschlossen. Die Übersicht zeigt, welche Tiere wo besonders häufig vorkommen.

  Erdkröten Grasfrösche Bergmolche Teichmolche Todfunde
Brunn-Brunner Berg

450

10

60

20

10

Brunn-Am Maderersbrunnen

20

 

35

 

1

Fischbach-Eisweiher

200

3

   

3

Fischbach-Kleingärten

650

50

5

 

34

Fischbach-Altdorfer Straße

850

40

   

110



Auffällig ist der Rückgang der Population in Brunn. Und auch am Eisweiher in Fischbach /Flachsröste sind es weniger geworden.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich bei allen bedanken, die zum Erfolg der Aktion beigetragen haben. Rund 50 Personen, Frauen, Männer und Kinder und Jugendliche haben sich dabei engagiert. Bedanken möchte ich mich auch bei Frau Seeber, die heuer noch einmal für das "Ausputzen" entlang des fest installierten Krötenzauns am Brunner Berg gesorgt hat. Auch Wolfgang Kuntze, der in früheren Jahren mit der Jugendfeuerwehr den Auf- und Abbau erledigte, sei bedankt. Er sorgt heute als Vereinsvorsitzender dafür, dass das traditionelle Krötenessen am Abschluss der Saison im Vereinsheim stattfinden kann.
Von den 25 Personen, die über die Woche in Brunn zum Krötenschleppen eingeteilt sind, stammen auch einige aus Brunn selbst, wenn auch die große Mehrzahl von mehr oder weniger weither angereist kommt: Heoldsberg, Fürth, Feucht, Nordstadt, Südstadt, Langwasser, Oberasbach, Röthenbach/Peg. ...

Den Zaunaufbau, der früher ja von der Jugendfeuerwehr erledigt wurde, hat nun die Helfer-Gruppe selbst übernommen.

Ab dem nächsten Jahr wird es ein paar Neuerungen geben:
Die "Altdorfer Straße" wird eine selbstständige Gruppe unabhängig von Fischbach/Brunn bilden. Das ist insofern sinnvoll, weil verwaltungstechnisch hier der Landkreis zuständig ist. Außerdem sind so große Einheiten mit mehr als 50 Personen (alle Gebiete) schwer zu lenken.
Ich selbst werde nach vielen Jahren als Organisator mein Amt niederlegen. Als Fröschesammler werden meine Frau und ich aber weiterhin aktiv bleiben. Vor 27 Jahren hatten wir in Brunn mit dem Krötensammeln begonnen. Und aus einem kleinen Häufchen Engagierter ist mit Hilfe der eminent wichtigen Unterstützung durch die Stadt Nürnberg (Umweltamt) die zahlenmäßig bedeutendste Amphibienaktion im Raum Nürnberg geworden. Dass die Brunner selbst hier nicht aktiver ins Geschehen eingreifen, ist allerdings bedauerlich.
Danken möchte ich Annette Eckhart, Familie Reiss und natürlich Lotte Wagner samt Kater, die zu den "unmöglichsten" Zeiten am Brunner Berg einsam ihre Runden dreht.
Die Gartenbesitzer in Brunn möchte ich dazu ermuntern, ihre Gärten für Wildtiere (Wildschweine mal ausgeschlossen) attraktiv zu gestalten. Hecken und Büsche, heimische Wildpflanzen statt Koniferen, Verzicht auf Pestizide (Glyphosat alias Roundup), gesicherte Kellerschächte, ein kleiner Teich...





Amphibienschutz 2016 in Brunn

Bei ungemütlichen null Grad und Schneeregen haben die Helferinnen und Helfer am 20. Februar die Krötenzäune entlang des Brunner Berges aufgebaut. Nach über zweieinhalb Stunden war die Arbeit beendet und allsamt entsprechend durchgeweicht und durchgefroren. Zur Belohnung gab es dann am Madereresbrunnen 9 zu essen und zu trinken. Auch heuer kamen die engagierten Naturschützerinnen und Naturschützer aus ganz unterschiedlichen Stadtteilen und auch von auswärts. Südstadt, Zabo, Langwasser...

Bei dieser Gelegenheit möchte ich die Bewohnerinnen und Bewohner unseres Stadtteils auf die baldige Amphibienwanderung aufmerksam machen. Meine große Bitte:
Langsam fahren sowohl am Brunner Berg als auch im Ort und an den Fischbacher Weihern. Es gilt ja Tempo 30. Wenn sich Tiere auf der Fahrbahn befinden, bitte nach Möglichkeit "umkurven" und nicht zwischen die Reifen nehmen, denn das tötet die Tiere trotzdem (Luftdruck!).

Selbstverständlich würden wir uns über helfende Hände ganz besonders freuen (0911/830513 oder figel1947@t-online.de)...







Allgemeine Informationen zum Amphibienschutz in Brunn

In den 90er Jahren betreute der Bund Naturschutz mit Helfern aus Langwasser und Umgebung die Amphibienvorkommen in Brunn und Fischbach. Ein "älterer Herr", genannt "Kröten-Schmidt", baute mit sehr viel Engagement und Mühe aus alten Brettern und Folien einen Zaun entlang der Straße. Damals zogen wir nach Brunn und schlossen uns als Familie mit zwei Kindern den Krötenhelfern an. Das ging einige Jahre so. Und am Ende einer Saison lud Frau Heimbucher vom BN zum sog. Krötenessen in die frühere Gastwirtschaft Krone in Fischbach zum Essen. Natürlich gab es da keine Kröten zu schlucken und auch keinen Krötenbrunnen zu trinken. Es war eine kleine Anerkennung für die geleistete Arbeit, meist verbunden mit einem Ausflug ins Reich der Amphibien per Dia.

Irgendwann muss es dann für Herrn Schmidt zu mühevoll geworden sein. Er ging an die siebzig. Und er gab seinen Job ab. Auch die Helferinnen und Helfer aus Langwasser blieben aus. Auf diese Weise übernahmen wir diese Aufgabe. Zunächst noch unterstützt von einigen Brunner Helfern.

Der Aufbau des Zauns erwies sich immer als eine mühevolle Tätigkeit, obwohl es dann schon fertige Planen und Halter gab. Aber irgendwie schafften wir es. Damals war ich schon Mitglied der Naturschutzwacht und hatte Kontakte zum Umweltamt in Nürnberg und dessen Mitarbeiterin Frau Zagel. Ihrem Drängen und Bohren bei den zuständigen Stellen der Stadt ist es zu verdanken, dass schließlich die Krötentunnels und der massive Krötenzaun errichtet werden konnten.



Schließlich gelang es, die Jugendfeuerwehr unter ihrem damaligen Leiter W. Kuntze, zum Aufbau der Zäune zu engagieren. Als Belohnung gab es einen ansehnlichen Zuschuss in die Kasse. Das Geld stammte aus Mitteln der Stadt Nürnberg, die seit Jahren den Auf- und Abbau finanziell unterstützt. Als organisatorischer Leiter dieser Aktion kann ich über diese Mittel frei verfügen, was ihre Verteilung erheblich erleichtert. Das Ganze wird jedes Jahr erneut in einem Werkvertrag mit der Stadt geregelt.

Nachdem die Anzahl der Helfer aus Brunn irgendwann nur noch aus meiner Frau, Frau Wagner und mir bestand, musste ein Ausweg gefunden werden. Wir waren zu dritt nicht in der Lage ca. 6 Wochen jeden Abend die manchmal mühevolle Arbeit im Regen und bei dichtem Autoverkehr zu erledigen. Wieder sprang das Umweltamt ein und veröffentlichte einen Artikel in der örtlichen Presse, in dem Helferinnen und Helfer angeworben wurden.

Der Artikel war erfolgreich. Und heute sind insgesamt über 30 Helferinnen und Helfer in Brunn, an den Fischbacher Weihern und im Bereich Eisweiher unterwegs. Verteilt auf sieben Tage in der Woche. Mittlerweile hat sich bei uns am Maderersbrunnen eine Population von Molchen und Erdkröten gebildet, die zur Saison die privaten Gartenteiche aufsucht. Die Betreuung übernimmt meine Frau. Man sieht, dass naturnahe Gärten einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leisten können.

Nachdem sich die Brunner Feuerwehr aus dem Zaunaufbau zurückgezogen hat, übernehmen nun auch diese Freiwilligen den Auf- und Abbau. Und zum Abschluss der Arbeiten treffen wir uns bei uns im Hause oder im Vereinsheim zum gemeinsamen Essen. Das Krötenessen wurde also wiederbelebt.



Erstmals in diesem Jahr kamen die nun fest installierten Verkehrsschilder am Brunner Berg zum Einsatz. Es handelt sich um sog. Klappschilder, die das Tiefbauamt dann bei Bedarf "öffnet". Und seit zwei Jahren stehen uns Leitkegel mit Blinkleuchten zur Verfügung.

Seit drei Jahren läuft die Verständigung der Helferinnen und Helfer per E-Mail-Verteiler, was die Kommunikation erheblich erleichtert. Die Rundschreiben an die Betroffenen heißen sinniger Weise "Daily Frog aus dem Hause Froshpress".

Und selbst Radio Franken hat sich schon für uns interessiert und Interviews zum Thema Krötenschutz gesendet. Herr Föttinger und Frau Dörr kamen im letzten Jahr sogar höchstpersönlich, um beim Krötentransport mitzumachen. Auch Ihnen mein herzlicher Dank für die "Werbung" und das persönliche Interesse.



Wie Sie sehen können, ist eine ganze Reihe von Arbeiten und Vorkehrungen notwendig, um jedes Jahr die Aktion in Brunn und Fischbach erfolgreich durchführen zu können. Mehrere städtische Dienststellen müssen koordiniert werden. Aber ohne freiwillige Helferinnen und Helfer ginge das Ganze nicht.

Erstaunlich ist es schon, feststellen zu müssen, dass die Freiwilligen aus Heroldsberg und Zabo, dem Landkreis Fürth und Feucht, aus Langwasser und der Südstadt hierherfahren, um die Fischbacher und Brunner Kröten zu schützen. Brunnerinnen und Brunner stellen sich leider selten als Helfer zur Verfügung. Löbliche Ausnahme allerdings ist Frau Wagner, die während der Saison viele Nachtstunden am Brunner Berg unterwegs ist, oft begleitet von ihrem Kartäuser-Kater. Und seit dieser Saison gibt es noch zwei Helfer aus der Gänseriedstraße.

So bleibt mir am Schluss der Dank an alle Freiwilligen, die mitarbeitenden Behörden und hier ganz besonders dem Umweltamt der Stadt Nürnberg, die alle mit praktischer Hilfe und Geld den Naturschutz vor Ort unterstützen.



Reinhard Figel

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